{"id":1421,"date":"2021-05-18T11:46:17","date_gmt":"2021-05-18T11:46:17","guid":{"rendered":"https:\/\/aktionvierviertel.ch\/?p=1421"},"modified":"2026-02-13T04:51:19","modified_gmt":"2026-02-13T04:51:19","slug":"fur-einen-neuen-gesellschaftsentwurf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/aktionvierviertel.ch\/fr\/pour-un-nouveau-modele-social\/","title":{"rendered":"POUR UN NOUVEAU MODELE SOCIAL"},"content":{"rendered":"<p class=\"translation-block\">Dreimal hat sich Yllka Gashi in Hochdorf (LU) um den Schweizer Pass beworben \u2013 dreimal wurde ihr Gesuch abgelehnt. Mehr als zwei Drittel ihres Lebens hat die 33-J\u00e4hrige, \u00fcber deren Fall der \u00abTages-Anzeiger\u00bb k\u00fcrzlich <a class=\"rank-math-link\" href=\"https:\/\/www.tagesanzeiger.ch\/die-unendliche-einbuergerung-der-yllka-gashi-101805299504\" target=\"_self\" rel=\"noopener\">berichtete<\/a>, hier verbracht. Sie ging zur Schule und Sonntags als Ministrantin in die Kirche; sie studierte und fing an, als Juristin zu arbeiten; sie besuchte mit ihren beiden Kindern die Fasnacht und die 1.August-Feier. F\u00fcr die Einb\u00fcrgerungskommission, vor der Gashi sieben Mal erscheinen musste, war das offenbar nicht genug: \u00abZu wenig integriert\u00bb, hiess es zuerst, sp\u00e4ter dann, dass Zweifel best\u00fcnden, ob der Lebensmittelpunkt der jungen Frau \u00fcberhaupt Hochdorf sei.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Fall von Yllka Gashi mag besonders krass sein. Einzigartig ist er nicht. Rund ein Viertel der Bev\u00f6lkerung schliesst die Schweiz aktuell vom B\u00fcrgerrecht &#8211; und damit von der Demokratie &#8211; aus. Menschen, die hier geboren sind, sich selbstverst\u00e4ndlich hier zugeh\u00f6rig f\u00fchlen und als Teil der Gesellschaft begreifen. Die wie Gashi seit Jahren in der Schweiz leben, hier arbeiten und Steuern zahlen, ihre Freund:innen und Kolleg:innen haben, in Sportvereinen oder politisch aktiv sind. Gegen diese Ungerechtigkeit braucht es einen Paradigmenwechsel!&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Im letzten Jahr haben sich Personen aus der Zivilgesellschaft zusammengetan, die sich beruflich und privat mit Themen rund um Migration und gleichberechtigte Teilhabe, Demokratie und Politik befassen. Als Aktion Vierviertel wollen wir die Defizite in der Schweizerischen Demokratie beheben: indem wir uns daf\u00fcr einsetzen, dass alle nach vier Jahren das B\u00fcrgerrecht bekommen und damit vollwertige Mitglieder des politischen und gesellschaftlichen Lebens werden k\u00f6nnen. Und indem hier geborene Kinder, deren Eltern bei der Geburt ihren Wohnsitz in der Schweiz haben, automatisch B\u00fcrger:innen werden.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Der Weg zu vollwertiger und gleichberechtigter Teilhabe ist die Einb\u00fcrgerung: das Recht, an Wahlen und Abstimmungen teilzunehmen, auf einen sicheren Aufenthalt und \u2013 vor allem \u2013 das Recht, als vollwertiges Mitglied der Gemeinschaft anerkannt zu werden. Die Herkunft eines Menschen, seine weltanschaulichen \u00dcberzeugungen, seine Religion und seine soziale Stellung d\u00fcrfen f\u00fcr das B\u00fcrgerrecht keine Rolle spielen. Niemand muss sich das B\u00fcrgerrecht durch Anpassung \u00abverdienen\u00bb. Das heutige Verfahren zielt auf eine vermeintliche \u00abSelektion\u00bb und beruht auf dem Verdacht, jemand k\u00f6nnte etwas verlangen, das ihm oder ihr nicht zusteht &#8211; wie sich eindr\u00fccklich am Fall von Yllka Gashi zeigt. Diese Haltung darf in der Schweiz von heute keinen Platz haben.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Von den acht Millionen Einwohner:innen der Schweiz haben zwei Millionen keinen Schweizer Pass. W\u00e4hrend die Vielfalt l\u00e4ngst Alltag ist, sind Chancen und Rechte ungleich verteilt. Weil dies der Demokratie grossen Schaden zuf\u00fcgt, brauchen wir einen neuen Gesellschaftsentwurf. Daf\u00fcr will sich die Aktion Vierviertel einsetzen.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dreimal hat sich Yllka Gashi in Hochdorf (LU) um den Schweizer Pass beworben &#8211; dreimal wurde ihr Gesuch abgelehnt. 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