Politische Partizipation zählt zu den Grundpfeilern der Demokratie: Wer Gesetzen unterworfen ist, soll über diese mitbestimmen können. In der Schweiz aber wird dieses Recht einem Viertel der Bevölkerung verwehrt, obschon diese Menschen täglich zum wirtschaftlichen, kulturellen und gesellschaftlichen Leben beitragen. Ein vereinfachter und rascher Zugang zur Staatsbürgerschaft ermöglicht Teilhabe für alle und schafft so die Voraussetzung für eine lebendige und moderne Demokratie.

Den Kern jeder modernen Demokratie bilden gleiche Rechte. Während Diskriminierungen aufgrund von Geschlecht, Religion oder sozialem Status im Schweizer Bürgerrecht weitgehend überwunden sind, hängt ausgerechnet das grundlegende Recht der Staatsbürgerschaft immer noch von der Herkunft ab – wie einst die Standesprivilegien im Mittelalter. Es ist höchste Zeit, diese Geburtenlotterie zu beenden und allen Menschen, die in der Schweiz leben, die Staatsbürgerschaft und damit gleiche politische Rechte zuzugestehen.

Noch immer erkennt die Schweiz ein Viertel ihrer Bevölkerung nicht als gleichberechtigt an – und spricht diesem Viertel damit die Zugehörigkeit ab. Erst wenn alle zu freien und gleichen Bürger*innen in unserer Demokratie werden und sich zugehörig fühlen können, verdient sie diesen Namen. Und das wird erst dann der Fall sein, wenn alle, die hier leben, ein Recht auf und Zugang zur Schweizer Staatsbürgerschaft haben. Nur so werden gesellschaftliche Teilhabe für alle und politische Auseinandersetzungen auf Augenhöhe möglich.

Die Staatsbürgerschaft umfasst mehr als bloss das Stimm- und Wahlrecht. Sie garantiert Aufenthaltssicherheit, schützt vor einer Ausweisung und ermöglicht Reise- und Bewegungsfreiheit – unabhängig von Aufenthaltsstatus oder Sozialhilfebezug. Nur durch die Staatsbürgerschaft ist politische Gleichheit gewährleistet: die Freiheit, sich zu versammeln und seine Meinung zu äussern, sich in der Schweiz frei zu bewegen, niederzulassen oder international zu reisen – ohne, um das Aufenthaltsrecht fürchten zu müssen oder gar ausgewiesen zu werden.

Argumente